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Quelle: Edeltraud Zimmermann

„EIN BRUDER NAMENS MARTIN“

- 13.12.2018 - 

Quelle: Karlheinz Bayer

Quelle: Karlheinz Bayer

Quelle: Karlheinz Bayer

Die Schauspielgruppe BAAL NOVO unter Intendant Edzard Schoppmann gab - wenige Tage vor dem Reformationsfest 2018 - ihr zweites Gastspiel für die evangelische Gemeinde, diesmal in der evangelischen Kirche in Bad Peterstal.

„Und wenn die Welt voll Teufel wär'...“ war nicht das einzige Lutherzitat mit denen BAAL NOVO den „Bruder namens Martin“ porträtierte. 
Die evangelische Kirche in Bad Peterstal wurde hierzu von der Regiseurin Diana Zöllner und ihrem Ensemble in eine perfekte Kleinbühne verwandelt. 
Und tatsächlich war der Teufel, gespielt von Benjamin Wendel, allzeit präsent, machte sich lustig über den ängstlichen Tropf, der wegen eines Gewitters Mönch werden will, und stieg mal in die Rolle des verderbten Papstes und mal in die des korrupten deutschen Kaisers. 

Martin Luther, gespielt von Hendrik Pape, wird jeder Heldenhaftigkeit beraubt. 
Mal ist er verängstigt, mal verzagt, mal frißt und säuft er bis ihm die Gedärme wehtun, und dann wieder steht er vor dem Kaiser und dem Reichstag und vertritt aufrecht seine Thesen von einer gottgefälligen Welt. 
Immer wieder trifft er auf den Teufel, der auf dem Altar tanzt und seine lästerlichen Späße treibt. 
In der andauernden Konfrontation des Reformators voller menschlicher Schwächen mit dem lachenden, springenden und quicklebendigen Teufel, liegt die Grundidee dieses Theaterstücks. 

Hat Luther am Ende die Welt verbessert? 
Oder ist er nur ein Spielball des Satans? 
Wurde die Welt moralisch zum Guten verändert?
Oder ist der Luther nicht sogar mit verantwortlich für all die Grausamkeiten vom Dreißgjährigen Krieg bis zum Massenmord an Millionen Juden? 

Dieses Theaterstück ist undiplomatisch und treibt seine derben Scherze. 
Gerade dadurch kommt man dem ebenso Revolutionären wie Fundamentalistischen der Reformation auf ganz andere Art nahe. 
Die Bilder, welche BAAL NOVO als stetig wechselndes Bühnenbild an die Wand wirft, tun ein übriges und führen die Zuschauer immer wieder weg aus der Zeit vor 500 Jahren in die Gegenwart. 

„Bruder“ Martin bekommt einen wörtlichen Sinn, dieser Luther wird zum Bruder, indem der Teufel durch die Bankreihen tanzt und man am Ende nicht anders kann, als „Ein Feste Burg“ mitzusingen. 
Und folglich endete der Theaterabend in Bad Peterstal nicht mit dem lang anhaltenden Applaus, sondern mit vielen Gesprächen zwischen Zuschauern und Schauspielern zwischen den Kirchenbänken. Ein Theaterstück kann keinen größeren Erfolg bewirken.
Ein außergewöhnlicher und ein schöner Abend. Text: Rüdiger
 
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Quelle: Kirche im Nationalpark

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Quelle: www.kirche-nationalpark-schwarzwald.de

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